Nach der 1:4-Niederlage am 2. Spieltag der Zweitliga-Saison 2026/27 auswärts bei Hertha BSC haben wir die Stimmen von Cheftrainer Frank Schmidt sowie unseren FCH Profis Jan Schöppner, Tim Siersleben und Marko Zrilic für Euch eingefangen.
Frank Schmidt:
„Hertha BSC war von Beginn an der Chef im Ring. Das hat man schon beim Anstoß gesehen, wo sie sich etwas überlegt, durchs Zentrum kombiniert haben und wir nicht in die Zweikämpfe gekommen sind. Dann kommen wir außen gleich zu spät und verursachen einen Freistoß, der zum 1:0 führt. Zwei Spieler blocken bei Hertha, vier laufen rein. Das haben wir oft gezeigt und uns darauf vorbereitet, trotzdem bekommen wir das Tor, weil wir uns zu spät fallen lassen und nicht verteidigen können. Ich glaube, es war das erste Mal in der 16. Minute, dass wir über die Mittellinie gekommen sind. Hertha hatte das Spiel komplett im Griff. Dann ging es weiter: Wir erobern den Ball, schenken ihn aber gleich wieder her und führen anschließend einen sehr mangelhaften Zweikampf, sodass Winkler das 2:0 macht. Es hat lange gedauert, bis wir uns wieder geordnet haben. Ich glaube, in der 41. Minute hatten wir durch Marcel Costly den ersten Abschluss. Ansonsten hatten wir gar nichts, dazwischen bekommen wir noch das 3:0. Wir haben viel über die Einstellung und die Verfügbarkeit gesprochen, die wir heute brauchen. Aber eine Mannschaft ist auch immer ein Spiegelbild des Trainers. Deshalb muss ich selbst die Verantwortung übernehmen. Ich war heute auch nicht verfügbar. Beim 2:0 hatte ich den Gedanken, schnell zu wechseln und die Dinge zu verändern. Aber ich habe gezögert, zu lange gezögert. Nach dem 3:0 wäre es Alibi gewesen, zu wechseln. Deshalb wollte ich mir das für die Halbzeit vorbehalten und mit einem Vierfachwechsel noch einmal von vorne beginnen. Ich denke, dass wir dann eine gute Phase hatten und schnell das 3:1 gemacht haben. In der 60. Minute hätten wir den zweiten Anschlusstreffer machen müssen. Bei einer Zwei-gegen-eins-Situation mit so viel Platz spielen wir den Ball aber in Richtung Eckfahne. Danach wird es natürlich schwer, weitere Torchancen zu erarbeiten. Wenn man die 90 Minuten zusammenfasst, war es ein verdienter Sieg für Hertha – 4:1, auch in der Höhe.“
Jan Schöppner:
„Die erste Halbzeit war brutal schlecht von uns. Wir kommen nicht gut rein und kassieren durch einen Freistoß das Gegentor. Aber spätestens dann müssen wir uns aufraffen, die Zweikämpfe annehmen, jeden wachrütteln und richtig ins Spiel finden. Das haben wir in der ersten Halbzeit überhaupt nicht geschafft. Man kann eigentlich alles aufzählen: Die Offensive hat nicht stattgefunden, die Defensive auch nicht. Dazu kamen kleine Fehler und Ballverluste. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen und nicht gewonnen. Eine Katastrophe in der ersten Halbzeit – das muss man so deutlich ansprechen.“
Tim Siersleben:
„Heute hat es an allem gefehlt, was Fußball für uns generell ausmachen muss: Die Einstellung und die Zweikämpfe. Wir haben uns auch mit Ball nicht geholfen, hatten keine längeren Ballbesitzphasen und haben den Gegner kaum vor Probleme gestellt. Wir waren in allen Belangen unterlegen, und dann passieren die Tore. Bezeichnend war für mich das erste Tor: Nach anderthalb Minuten sind wir einfach zu langsam im Kopf, schon beim Anstoß außen und dann beim Freistoß. Das dritte Tor war im Endeffekt genauso: Wir verlieren den ersten Ball, den zweiten Ball und machen hinten den Laufweg nicht mit. Deshalb war jedes Tor bezeichnender als das andere.“
Marko Zrilic:
„Das ist natürlich ein unglaubliches Gefühl, hier vor 41.000 Menschen zu spielen und mein Debüt zu geben. Aber am Ende zählt, dass wir 4:1 verloren haben. Ich bin froh über meinen ersten Einsatz, aber das bringt halt nichts, weil wir hier mit leeren Händen nach Hause fahren. Wir hatten noch die Hoffnung, das Spiel zu drehen, und haben gekämpft. Am Ende hat es nicht gereicht und wir haben das Spiel auch völlig verdient verloren.“