Die Uniklinik Ulm startet mit dem FCH das Mental Health-Projekt „Heldengeschichten“

Nachhaltigkeit
19.02.2026

Das Social Media-Projekt „Held*innengeschichten – Lernen am positiven Beispiel und Erlernen emotionaler und kognitiver Selbstregulation“ (kurz: „Held*innengeschichten oder Heldengeschichten“) der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm startet eine Kooperation mit dem 1. FC Heidenheim 1846.

Das Projekt verfolgt das Ziel, junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren vom Beispiel gelebter „Heldengeschichten“ lernen zu lassen: Dabei stehen unter anderem gesellschaftliche Vorbilder, wie z.B. Sportler, Polizisten und auch Personen des öffentlichen Lebens, im Vordergrund, die deutlich machen, dass die Auseinandersetzung mit Problemen und Herausforderungen, das Finden des eigenen Wegs, gelegentliches Versagen und Zweifel, eine Menschheitsthematik sind. Auch bekannte Persönlichkeiten und individuelle Vorbilder durchleben schwierige, psychisch belastende Zeiten – ein Instagram-Kanal soll dies im Rahmen des Projekts durch Interviews mit „Held*innen“ aufgreifen und jungen Menschen Mut zur individuellen Entwicklung machen.

Während das wissenschaftliche Projektteam verlässliche und wissenschaftlich korrekte Informationen zu psychischer Gesundheit für junge Menschen bereitstellt und über präventive Konzepte der Selbstregulation informiert, sollen insbesondere Kooperationen mit gesellschaftlichen Vorbildern und Personen des öffentlichen Lebens ein Gegenbeispiel zur vermeintlichen Realität in den sozialen Medien bieten. Die Kooperation mit dem 1. FC Heidenheim 1846 soll genau dazu beitragen: Spieler und Persönlichkeiten lassen sich hinter die vermeintlich perfekte Realität eines Vorbilds schauen und sprechen darüber, wie langfristige Ziele zum Erfolg führen.

„Wir befinden uns in einer globalen Krise der psychischen Gesundheit junger Menschen. Wir müssen jetzt etwas tun, um diese zu erreichen. Wir sollen junge Menschen nicht schlecht machen, nicht entmutigen, sondern ihnen überzeugende, heutige ‚Heldengeschichten‘ erzählen: Dort wird von manchmal schmerzhaften Erfahrungen und Emotionen berichtet, vom Aufbruch und von der Geduld. Inspirierende ‚Heldengeschichten‘, die niedrigschwellig zeigen, wie auch bekannte Sportler Herausforderungen und Krisen bewältigen, sollen junge Menschen motivieren, Herausforderungen als Teil des Lebens anzunehmen und eigene Strategien zur Bewältigung zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm und Projektleiter von „Heldengschichten“.

Der Kontakt zwischen Prof. Fegert und Frank Schmidt, Cheftrainer des 1. FC Heidenheim 1846, hat seine Wurzeln bereits im November 2021. Inmitten der Corona-Pandemie besuchte Frank Schmidt damals gemeinsam mit dem deutschlandweit tätigen Motivationscoach David Kadel, im Rahmen seiner „Mutmacher-Geschichten“, die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Ulm. Der persönliche Austausch mit jungen Patienten sowie dem Klinikteam hinterließ nachhaltigen Eindruck und legte den Grundstein für die nun gestartete Projektpartnerschaft.

Auch Frank Schmidt betont deshalb die besondere Verantwortung von Menschen in der Öffentlichkeit: „Fußballer sind für mich keine Helden, aber sie können Vorbilder sein, die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in der Öffentlichkeit auch gerecht werden. Deshalb erwarte ich von uns nicht nur die besten sportlichen Leistungen zu bringen und die besten Ergebnisse zu erzielen, sondern auch Vorbild zu sein – besonders für Kinder und Jugendliche. Deshalb bin ich dankbar und auch stolz, dass Professor Fegert mit seinem Team von der Uni Ulm an uns gedacht hat und wir als FCH unterstützen dürfen. Ich bin da sehr gern dabei und freue mich, auch in Zukunft meinen Input in das Projekt mit einbringen zu können – als jemand, dessen Weg nicht vorgezeichnet war, der viele Umwege gehen musste, auch Rückschläge erlebt und Widerstände überwunden hat und es dennoch gemeinsam mit vielen Menschen geschafft hat, etwas Großartiges zu erreichen. Durch das Projekt ‚Heldengeschichten‘ ist uns wichtig zu vermitteln: Man kann im Leben viel erreichen, glücklich und zufrieden sein – auch wenn man nicht perfekt ist.‘

Der offizielle Launch der Projektpartnerschaft fand am heutigen Donnerstag im Rahmen eines Pressegesprächs mit Prof. Dr. Jörg M. Fegert und Frank Schmidt in der Voith-Arena in Heidenheim statt. Die anwesenden Medienvertreter erhielten dort Einblicke in die Hintergründe, Zielsetzungen und nächsten Schritte des Projekts und der Zusammenarbeit. Das Projekt ‚Heldengeschichten‘ wird durch SOS-Kinderdörfer gefördert.

Der Instagram-Kanal des Projekts startet in dieser Woche. Die ersten Beiträge und Postings finden sich dort dann unter ‚HELD-INNENGESCHICHTEN. Dort werden u.a. auch Interviews mit Frank Schmidt und FCH Profis regelmäßig veröffentlicht.

Tatjana Müller (Leitung Stabsstelle Nachhaltigkeit beim 1. FC Heidenheim 1846); Prof. Dr. Jörg M. Fegert (Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm) und Frank Schmidt (Cheftrainer des 1. FC Heidenheim 1846)