„Da hat alles gefehlt!“

Profis
23.08.2026

Nach der enttäuschenden 2:5-Niederlage in der ersten Runde des DFB-Pokals auswärts beim SSV Jeddeloh II haben wir die Stimmen von Cheftrainer Frank Schmidt sowie von unseren FCH Profis Patrick Mainka und Marvin Pieringer für Euch eingefangen.

Frank Schmidt:

„Natürlich ist der Einzug von Jeddeloh in die zweite Runde hochverdient und am Ende auch mit dem Ergebnis völlig in Ordnung. Wir haben gedacht, nach der Niederlage letzte Woche und nach der ersten Halbzeit gegen Hertha, dass es fast nicht noch schlimmer gehen kann. Aber das haben wir heute gesehen: Im Fußball kann es noch schlimmer gehen, und das mussten wir heute wirklich brutal erfahren. Nachdem der Gegner die erste Chance hatte, in Führung zu gehen, machen wir den Führungstreffer, haben aber dann natürlich viel zu schnell wieder den Ausgleich zugelassen. Nach dem Einwurf steht es 1:1. Ich glaube, da hat es schon angefangen, etwas mit uns zu machen im Kopf. Aber auch bei Jeddeloh hat man gesehen, dass sofort der Glaube zurück war. Das hat man dann auch gesehen, wie wir uns bei den Gegentoren zwei und drei haben beeindrucken lassen. Die große Möglichkeit hatten wir, mit dem Elfmeter. Das hatte Potenzial, das Spiel noch einmal zu drehen. Dann fallen natürlich noch zwei Tore, die wir so nie kriegen durften. Spätestens nach dem vierten Tor, glaube ich, war das Spiel auch entschieden, und hinten raus kam das zweite Tor von uns viel zu spät. Eine ganz schwere Situation, die wir so in der Form noch nicht hatten. Jetzt liegen wir auf dem Boden und müssen zu Recht die Kritik auf uns einprasseln lassen. Wir müssen das alles verarbeiten. Aber die Aufgabe ist es, jetzt die Kehrtwende zu machen. Druck kann auch mal dazu führen, dass man es schafft, wieder aufzustehen. Nachdem wir letzte Woche schon sehr deutlich und kritisch waren und der Mannschaft klar und deutlich gezeigt haben, wie es nicht geht, denke ich, wäre es eine falsche Schallplatte, die noch einmal aufzulegen. Jetzt müssen wir – und das ist meine Aufgabe auch als Trainer – die Mannschaft unterstützen. Wir müssen dahin kommen, dass wir nächste Woche gegen Dresden zeigen, dass wir wieder an uns glauben. Und vielleicht auch jetzt schon der Appell an jeden, der es gut mit uns meint, an jeden Fan von uns: Bei aller Kritik müssen wir alles einstecken, das ist alles berechtigt. Das kann man nicht schönreden. Trotzdem müssen wir schauen, dass wir der Mannschaft Unterstützung geben, dass wir nicht früh in der Saison in die Region kommen, aus der es dann auch in der zweiten Liga ganz schwer ist, wieder herauszukommen. Ich habe jetzt auch noch keine Antwort, aber ich habe noch ein Ziel, nämlich dafür zu sorgen, dass wir mit der Mannschaft nächste Woche unser Erfolgserlebnis holen. Da wird nicht alles gelingen. Da wird es Situationen geben, in denen man merkt, dass es die Mannschaft beschäftigt. Aber Fußball kann man auch schnell wieder drehen. Und das möchte ich mit meiner Mannschaft bis nächste Woche hinbekommen.“

Patrick Mainka:

„Wenn das Berlin-Spiel ein Schuss vor den Bug war, dann hat dieses Spiel heute das Schiff versenkt. Das ist schon krass, wenn man hier steht und sagen muss: Es ist absolut verdient, dass wir mit 5:2 bei einem Regionalligisten verlieren. Es war klar, dass Jeddeloh kompakt stehen wird, dass sie umschalten wollen. Wir haben das 1:0 gemacht und es lief für uns. Aber vielleicht haben wir gedacht, es wird ein entspannter Nachmittag. Doch zwei Minuten später kassieren wir wieder nach einem einfachen Einwurf das Gegentor. Jetzt hier stehen zu müssen und zu sagen, das ist eine absolut verdiente Niederlage, tut extrem weh. Es ist eine sehr prekäre Situation, in der sich jeder hinterfragen muss.“

Marvin Pieringer:

„Ich bin momentan ein bisschen sprachlos. Ich glaube, es läuft alles in unsere Richtung mit der frühen 1:0-Führung. Gegen einen Regionalligisten dann das Spiel so aus der Hand zu geben, ist Wahnsinn. Keine Ahnung, mir fehlen gerade noch ein bisschen die Worte. Wenn du gegen einen Regionalligisten mit 1:0 führst und dann am Ende 5:2 verlierst, da muss sich jeder Einzelne an die eigene Nase packen. Trotzdem musst du die Qualität haben, das Spiel nach der Pause noch zu gewinnen. Bei allem Respekt vor dem Gegner, die haben es super gemacht. Aber ich glaube, da hat alles gefehlt.“