Am Sonntagnachmittag trennte sich der 1. FC Heidenheim 1846 am 6. Spieltag der 2. Bundesliga bei Arminia Bielefeld mit einem 2:2-Unentschieden. Vor allem im ersten Durchgang zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Frank Schmidt über weite Strecken Einbahnstraßenfußball pur, ließ hochkarätige Torchancen liegen und drehte dennoch einen unglücklichen Rückstand. Im zweiten Durchgang kamen die Hausherren noch durch ein Slapstick-Gegentor zurück, sodass am Ende ein Remis in der Fremde zu Buche stand.
Im Vergleich zum jüngsten 1:0-Heimerfolg gegen Holstein Kiel veränderte Frank Schmidt seine Startformation auf drei Positionen: Für Oualid Mhamdi und Mathias Honsak (beide Bank) rückten Christian Conteh und Paul Hennrich in die erste Elf. Für den 21-jährigen Hennrich war es das Profi-Startelfdebüt beim FCH. Zudem kehrte Torjäger Budu Zivzivadze nach überstandener Krankheit für den fehlenden Marcel Costly (muskuläre Probleme) zurück.
Die Rot-Blau-Weißen übernahmen dabei auf der Bielefelder Alm sofort das Kommando. Nach ersten Annäherungen durch Alessandro Vogt (6.) und einem gefährlichen Schlenzer von Paul Hennrich (8.) folgte mitten in der ersten Heidenheimer Drangphase die kalte Dusche. Nach einer Bielefelder Ecke faustete FCH-Keeper Thomas Dähne das Leder an den Hinterkopf von Budu Zivzivadze. Der Ball landete vor den Füßen von Joe Grodowski, der aus zehn Metern volley zum 1:0 für die Gastgeber traf (13.).
Die Elf von Frank Schmidt zeigte sich jedoch keineswegs geschockt. Praktisch im Gegenzug vergab Heule freistehend aus zentraler Position (16.). Die Heidenheimer rollten nun Angriff um Angriff über den agilen Christian Conteh, doch sowohl Vogt (17., 21.) als auch Zivzivadze (19.) scheiterten am starken Arminia-Schlussmann Jonas Kersken. In der 28. Minute belohnte sich der FCH dann endlich: Nach einem präzisen Umschaltspiel steckte Vogt auf Zivzivadze durch, der im Strafraum von Maximilian Bauer am Standbein getroffen wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte selbst souverän zum hochverdienten 1:1-Ausgleich (30.).
Der FCH blieb drückend überlegen (xG-Wert von 2,05 zu 0,09) und belohnte sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte endlich mit der überfälligen Führung. Nach einem Zuspiel von Marnon Busch zog Youngster Paul Hennrich an der Strafraumkante nach innen und schlenzte den Ball traumhaft in den langen Torwinkel – der sensationelle Premierentreffer zur 2:1-Pausenführung (45.+3)!
Ein abgefälschter Nackenschlag kostet den Dreier
Auch nach dem Seitenwechsel schaltete der FCH zunächst keinen Gang zurück, doch Alessandro Vogt vergab nach einem Abspielfehler der Bielefelder das schnelle 3:1 (47.).Stattdessen fing sich der FCH wie aus dem Nichts den erneuten Ausgleich. Ein eigentlich harmloser Dropkick-Versuch von Hagmann aus 25 Metern wurde von Julian Niehues so unglücklich abgefälscht, dass Thomas Dähne machtlos zusehen musste, wie der Ball zum 2:2 einschlug (54.).
Nach diesem Nackenschlag verlor die Partie ihre vorherige Eindeutigkeit und Bielefeld wurde stärker. Dennoch bot sich dem FCH in der 76. Spielminute die Riesenchance zur erneuten Führung, doch Julian Niehues setzte einen Freistoß-Kopfball aus sechs Metern völlig freistehend über die Querlatte. In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem Michael Heule mit einer sensationellen Rettungstat per Grätsche vor der Linie den späten Knockout gegen Boakye verhinderte (87.) und den Punkt sicherte.
Nach der langen Länderspielpause geht es für den 1. FC Heidenheim 1846 am Freitag, 9. Oktober (18:30 Uhr), mit einem Heimspiel in der 2. Bundesliga weiter. Gegner in der Voith-Arena wird dann der 1. FC Kaiserslautern sein.
Statistik zum Spiel
Arminia Bielefeld: Kersken – Koudossou (46. Hagmann), Bauer, Großer, Handwerker – Momuluh (64. Boakye), Wörl, Russo, Rochelt (46. Jensen) – Grodowski, Min (63. Young)
FCH: Dähne – Busch, Mainka, Föhrenbach, Heule – Hennrich (76. Wagner), Schöppner, Niehues (84. Kerber), Conteh (69. Honsak) – Vogt (69. Kaufmann), Zivzivadze (84. Mhamdi)
Tore: 1:0 Joel Grodowski (13.), 1:1 Budu Zivzivadze (30., Foulelfmeter), 2:1 Paul Hennrich (45.+3), 2:2 Felix Hagmann (55.)
Gelbe Karten: Bauer, Grodowski, Großer / Hennrich, Mainka, Schöppner, Kerber
Schiedsrichter: Felix Wagner (Glött)
Zuschauer: 25.567