Am 8. Spieltag der 2. Bundesliga musste der 1. FC Heidenheim 1846 die erste Niederlage nach zuvor fünf ungeschlagenen Liga-Partien in Serie hinnehmen. Im Duell der Bundesliga-Absteiger am Samstagnachmittag beim VfL Wolfsburg erarbeitete sich die Mannschaft von Cheftrainer Frank Schmidt zahlreiche hochkarätige Torgelegenheiten, musste sich in der Volkswagen Arena am Ende jedoch sehr unglücklich mit 1:3 geschlagen geben.
Personaltechnisch veränderte Frank Schmidt seine Startformation im Vergleich zum torlosen Unentschieden gegen den 1. FC Kaiserslautern lediglich auf einer Position: Im Angriff stürmte Alessandro Vogt von Beginn an für Mathias Honsak, der zunächst auf der Bank Platz nahm. Bitter für unseren FCH: Die Rot-Blau-Weißen mussten beim VfL auf Budu Zivzivadze (Knieprobleme) verzichten. Marnon Busch (Achillessehnenbeschwerden) stand ebenfalls verletzungsbedingt, wie schon gegen den FCK, nicht im Kader.
Turbulenter Beginn und prompte Antwort
Sofort entwickelte sich in diesem Duell ein Schlagabtausch. Keine 15 Sekunden waren gespielt, als Chris Conteh das erste Mal das VfL-Gehäuse prüfte. Im direkten Gegenzug schlugen die Hausherren jedoch eiskalt zu: Kristoffer Bernhardsson traf nach 34 Sekunden per Flachschuss zur frühen Wolfsburger Führung. Unsere Mannschaft steckte den frühen Nackenschlag jedoch schnell weg, wurde von Minute zu Minute sicherer im eigenen Spiel und suchte mit zielstrebigen Vorstößen den Weg nach vorne. Nach elf Minuten kratzte die VfL-Defensive einen Kopfball von Jan Schöppner gerade noch von der Linie, nur sechzig Sekunden später zählte ein Treffer von Alessandro Vogt wegen Abseitsstellung von Mikkel Kaufmann zuvor nicht.
In einer völlig rasanten Partie belohnten sich die leidenschaftlich agierenden Rot-Blau-Weißen dann in der 21. Minute zwischenzeitlich: Nach einer gefühlvollen Flanke stieg FCH Kapitän Patrick Mainka am höchsten und köpfte den Ball im Bogen zum hochverdienten 1:1-Ausgleich in die Maschen! In der Folge drängte die Schmidt-Elf vehement auf das zweite Tor, ging in dieser starken Phase jedoch viel zu fahrlässig mit den eigenen Gelegenheiten um. Distanzschüsse von Julian Niehues (24.) und Alessandro Vogt (26.) strichen knapp vorbei, ehe Patrick Mainka aus kurzer Distanz über den Querbalken zielte (32.). Die Quittung für diesen Chancenwucher folgte quasi mit dem Pausenpfiff: Sekunden vor dem Halbzeitpfiff traf Ex-FCH-Profi Robert Glatzel per Kopf zum schmeichelhaften 2:1-Pausenstand für die Gastgeber. Das hatte sich allerdings leider schon angedeutet: Bernhardsson (45.) hatte wenige Augenblicke zuvor den Pfosten getroffen.
Leidenschaftlicher Kampf führt zu keinem zweiten FCH Treffer
Auch nach dem Seitenwechsel bot dieses Spiel erstmal keinen wirklichen Moment zum Durchschnaufen. Unsere FCH Profis hauten nach der Pause weiter rein. Alessandro Vogt (46.) verzeichnete dabei aussichtsreich den nächsten Abschluss, ehe Patrick Mainka per Kopf erneut am stark reagierenden Wolfsburger Schlussmann Timon Wellenreuther scheiterte (49.). Mitten in diese Drangphase hinein folgte in der 65. Minute die spätere Vorentscheidung: Ein durch Patrick Mainka abgefälschter Schuss des Wolfsburgers Muhammad Damar landete für FCH Keeper Thomas Dähne, unhaltbar zum 1:3 ins Netz.
In der Schlussphase bewies der FCH trotzdem weiter Mentalität und warf noch einmal alles nach vorne, während Dähne im Eins-gegen-eins (68.) sowie mit starken Paraden (70., 71.) weitere Wolfsburger Konterchancen vereitelte. Die letzte große Möglichkeit zum Anschlusstreffer hatte Alessandro Vogt in der 77. Minute per Kopf, er setzte das Leder aus kurzer Distanz jedoch knapp über die Latte. Der VfL Wolfsburg brachte somit die Zwei-Tore-Führung am Ende über die Zeit.
In der kommenden Woche geht’s dann für den 1. FC Heidenheim 1846, erstmals überhaupt, gegen den FC Energie Cottbus. Anpfiff in der Voith-Arena ist am Samstag um 13 Uhr.
Statistik zum Spiel
VfL Wolfsburg: Wellenreuther – Kumbedi, Wahl, Cleiton, Maehle – Souza, Gerhardt (64. Rexhbecaj), Damar (89. Shiogai), Bernhardsson (89. Dardai), Reese (80. Besio) – Glatzel
FCH: Dähne – Mhamdi, Mainka, Föhrenbach, Heule – Niehues (67. Honsak), Schöppner, Hennrich (80. Wagner), Conteh (46. Costly) – Kaufmann (89. Siersleben), Vogt
Tore: 1:0 Bernhardsson (1.), 1:1 Mainka (21.), 2:1 Glatzel (45.+1), 3:1 Damar (65.)
Gelbe Karten: Wahl, Wellenreuther, Reese, Besio / Heule
Schiedsrichter: Tom Bauer
Zuschauer: 21.145 (Volkswagen Arena)